Der Entwicklungsverlauf und das Sehverhalten eines Kindes kann bei entsprechender Beobachtung Hinweise auf eine Beeinträchtigung des Sehsinnes geben. Auch abweichende motorische und soziale Verhaltensweisen und Entwicklungsverzögerungen können auf eine Sehschädigung zurückgehen. Vor allem dann, wenn sie in Verbindung mit Auffälligkeiten des Auges oder des Sehverhaltens auftreten, sollte unbedingt abgeklärt werden, inwieweit eine noch nicht erkannte Sehschädigung Ursache der Probleme sein könnte.

  • das Kind bewegt sich wenig (toleriert die Bauchlage nicht, hebt den Kopf nicht an, greift nicht, bewegt sich nicht auf Objekte zu)
  • das Kind zeigt Unsicherheiten bei grobmotorischen Bewegungsabläufen (z. B. Gleichgewichtsprobleme; tastet mit den Füßen nach Stufen oder Absätzen)
  • das Kind wirkt ungeschickt oder tolpatschig (es stolpert z. B. häufig, stößt Dinge um; die Bewegungen sind eckig, ungelenk, nicht harmonisch)
  • die Orientierungsfähigkeit ist unzureichend
  • das Kind malt – auch im Vorschulalter – nur „Krakel“, versteht den Sinn von Tischspielen, Regeln und Anweisungen anscheinend nicht
  • das Kind hat anhaltende Schwierigkeiten, Farben zuzuordnen und/oder zu benennen
  • das Kind reagiert nicht oder verzögert bei Angeboten mit Aufforderungscharakter (z. B. bei Bilderbuchbetrachtung auf die Aufforderung: „Zeig mir mal..“)
  • das Kind löst altersentsprechende Aufgaben in deutlich verlangsamtem Tempo
  • das Kind zeigt einseitige – nicht altersadäquate – Bevorzugungen bestimmter Aktivitäten
  • das Kind ist auffällig unselbstständig im lebenspraktischen Bereich, v. a. beim An- und Ausziehen
  • das Kind ermüdet rasch oder klagt häufig über Kopfschmerzen
  • das Kind verweigert sich Anforderungen, es zieht sich in sich zurück
  • das Kind zeigt Angst vor oder Abwehr von neuen Gegenständen oder Situationen (z. B. verändertem Untergrund: Sand, Gras; geräuschverstärkende Umgebungen)
  • das Kind reagiert (auf Anforderungen) ungewöhnlich aggressiv
  • das Kind fällt in seinem sozialen Verhalten in der Gruppe auf: es spielt nicht mit, ist isoliert oder stark auf Erwachsene oder einzelne Kinder fixiert
  • das Kind fällt durch eine fehlende oder situativ nicht angepasste Mimik oder Gestik auf.

 

Quelle: Landeswohlfahrtsverband Hessen
Bearbeitung: Walter Rainwald